
Von 10. bis 13. Juli fand in Oberwart das diesjährige Natsu Gasshuku der SKIAF statt. Erstmals wurde das österreichische Sommertrainingslager von Donnerstag bis Montag abgehalten. Da in einigen Bundesländern die Sommerferien zu diesem Zeitpunkt noch nicht begonnen hatten, wurde der Termin entsprechend angepasst. Trotz dieser Änderung fanden sich wieder zahlreiche Karateka aus ganz Österreich ein, um gemeinsam vier intensive Tage im Zeichen des Shotokan-Karate zu verbringen.
Angeleitet wurde das Gasshuku von KOGA Rikuta Shihan (9. Dan), Chief Instructor der SKI Schweiz, sowie von KANAZAWA Fumitoshi Sensei (6. Dan) als Vertreter der SKIF Japan. Ergänzt wurde das hochkarätige Trainerteam durch Mitglieder der technischen Kommission der SKIAF, die mit ihren Einheiten für zusätzliche Abwechslung sorgten.
Nach einer bereits hochsommerlichen Woche zu Hause machten wir uns auf ein ebenso heißes Trainingswochenende gefasst. Doch nicht nur die Temperaturen brachten die Teilnehmer ins Schwitzen. Die Instruktoren präsentierten ein abwechslungsreiches und zugleich anspruchsvolles Trainingsprogramm. Von präzisen Kihon-Übungen über intensive Kata-Einheiten bis hin zu Partnerübungen und Kumite stand die kontinuierliche Verbesserung der eigenen Technik im Mittelpunkt. Dabei wurde immer wieder auf scheinbare Kleinigkeiten eingegangen, die letztlich den entscheidenden Unterschied zwischen einer guten und einer hervorragenden Technik ausmachen. Trotz der hohen Intensität herrschte während aller Trainingseinheiten eine motivierende Atmosphäre, in der sich Anfänger und erfahrene Danträger gleichermaßen weiterentwickeln konnten.
Den ersten Abend ließen wir vereinsintern in gemütlicher Runde ausklingen. Bei Snacks, kühlen Getränken und vielen netten Gesprächen wurde über die ersten Trainingseindrücke gesprochen und bereits auf die kommenden Tage vorausgeblickt.

Der zweite Tag begann nach dem Frühstück mit einer gemeinsamen Vorbereitung auf die bevorstehenden Danprüfungen. Da unser Verein in diesem Jahr gleich drei Kandidaten stellte, nutzten wir die Zeit, um noch einmal gemeinsam das gesamte Prüfungsprogramm durchzugehen und letzte Unsicherheiten auszuräumen. Am Nachmittag standen schließlich weitere drei Stunden intensives Training auf dem Programm, ehe der Tag mit der traditionellen Abendveranstaltung der SKIAF seinen gemütlichen Ausklang fand. Ein reichhaltiges Grillbuffet, verschiedene Spiele und zahlreiche Gespräche sorgten für beste Stimmung. Gleichzeitig diente der Abend einem guten Zweck, denn ein Teil des Erlöses kam dem österreichischen Nationalteam als Unterstützung für die Weltmeisterschaft im November zugute.
Der Sonntag stand ganz im Zeichen der Danprüfungen. Bereits um 12 Uhr begann das Training, damit anschließend ausreichend Zeit für die verschiedenen Schwarzgurtprüfungen blieb. Für Dominik Piereder und Florian Schnitzinger war nach jahrelanger Vorbereitung endlich der große Moment gekommen: Beide stellten sich der Prüfung zum 3. Dan. Auch Ronja Burgstaller erfüllte sich mit der Prüfung zum 1. Dan einen lang gehegten Traum. Unter den kritischen Blicken der japanischen Instruktoren überzeugten alle drei mit starken Leistungen. Ronja erhielt die hervorragende Bewertung „sehr gut“, während Dominik und Florian sogar mit „sehr, sehr gut“ ausgezeichnet wurden. Entsprechend groß war die Freude über diesen verdienten Erfolg, der anschließend bei der traditionellen SKIAF-Disco in der Grodnau gebührend gefeiert wurde – ganz ohne Rücksicht auf das Abschlusstraining am nächsten Vormittag.
Am Montag standen nach der letzten gemeinsamen Trainingseinheit die Gruppenfotos sowie die Farbgurtprüfungen auf dem Programm. Stefan Sporer absolvierte dabei erfolgreich die Prüfung zum 1. Kyu und legte damit den letzten Schritt vor der Danprüfung zurück. Nun beginnt für ihn ein weiteres Jahr intensiver Vorbereitung mit regelmäßigem Dojotraining, Lehrgangsbesuchen und persönlichem Einsatz, ehe er sich selbst der Herausforderung zum ersten Schwarzgurt stellen kann.
Mit insgesamt vier erfolgreichen Gürtelprüfungen war das Natsu Gasshuku 2026 für unseren Verein ein außergewöhnlich erfolgreiches Wochenende. Noch wichtiger als die neuen Graduierungen waren jedoch die vielen gemeinsamen Trainingseinheiten, der Austausch mit Karateka aus ganz Österreich und die wertvollen Impulse der hochrangigen Instruktoren. Genau diese Mischung aus intensivem Training, Gemeinschaft und der gemeinsamen Begeisterung für Karate macht das Natsu Gasshuku Jahr für Jahr zu einem besonderen Höhepunkt im Vereinskalender.
